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Der Imker beschäftigt sich seit jeher mit der Haltung, der Vermehrung und der Züchtung von Honigbienen und der Produktion von Honig und weiterer Bienenprodukte. Wirtschaftlich heute wesentlich relevanter ist die durch den Imker als Nebenprodukt anfallende Bestäubungsleistung. Imker ist eine Wortzusammensetzung aus dem niederdeutschen Begriff Imme für „Biene“ und dem mittelniederdeutschen Wort kar für „Korb, Gefäß“. Imker darf zwar jeder ohne eine spezielle Ausbildung sein, trotzdem gibt es in Deutschland auch einen zugehörigen Lehrberuf mit der amtlichen Bezeichnung Tierwirt, Fachrichtung Imkerei. Vom Imker zu unterscheiden ist der Zeidler, der im Mittelalter den Honig wilder Bienenvölker sammelte.

Der Imker galt früher als ausgemachter Fachmann, auf dessen Wissen und Fähigkeiten man nicht verzichten konnte. Anders als in anderen handwerklichen Berufen konnte die Arbeit nicht kurzzeitig (Leiharbeitern, Erntehelfern) übergeben werden, da man die Eigenheiten der Völker kennen musste und ihr Verlust nur schwer und aufwändig ersetzbar war. Ein erfahrener Imker sah sofort, in welchem Zustand sich seine Bienenvölker befanden, konnte dieses umfangreiche Wissen aber schlecht in kurzer Zeit vermitteln. Deshalb galten Imker als Einzelgänger, deren eigentliche Arbeitstätigkeit nie so recht bekannt wurde. Das auch, weil summende Bienen unerfahrene Zuschauer auf Abstand halten. Da ein gestochener Imker keinen Schmerz zeigt, sondern ruhig weiter arbeitet, galt er zudem als abgehärtet oder unerschrocken. Da die Tätigkeit auch im hohen Alter noch ausgeführt werden kann, wurde die Imkerei oftmals den Alten übertragen. Imker wurden mit Alter, Weisheit und Erfahrung, aber auch mit Verschrobenheit assoziiert.

Noch heute ist die Imkerei eine komplexe Angelegenheit. Wer sich dafür interessiert, sollte wissen worauf er sich einlässt. Deshalb empfehlen wir für den Einstieg in die Imkerei den Einführungskurs, den der Imkerverein in Kooperation mit der Kasseler Volkshochschule anbietet (von Oktober bis Februar). Manfred Deichmann und Karsten Obermann haben viel Erfahrung darin, Interessierten einen ersten Überblick in diese spannende Welt der Bienen zu geben.

Grundregeln für eine Bienenhaltung

  1. vor dem Start mit Bienen sollte man sich ein solides Wissen über Bienen aus Büchern und durch Imkereibesuche aneignen (anderen Imkern über die Schulter schauen)
  2. nicht gleich mit einer großen Völkerzahl beginnen sondern schrittweise aufbauen
  3. man muss immer bereit sein dazu zu lernen
  4. an der Art zu imkern immer nur etwas ändern, wenn man mit dem Ergebnis unzufrieden ist
  5. Änderungen niemals rigoros, sondern immer schrittweise einführen
  6. versuchen zu ergründen, warum Bienen meist anders reagieren als der Imker denkt
  7. nicht gegen die Natur oder gegen natürliche Entwicklungen handeln
  8. dem eigenen Handeln am Bienenvolk immer kritisch gegenüberstehen
  9. vor Eingriffen in das Bienenvolk genau überlegen, was man tun will
  10. Eingriffe möglichst kurz halten und auf das Notwendigste reduzieren (Störungen vermeiden)
  11. die Behandlung gegen die Varroamilbe immer kollektiv planen (Zeitpunkt pro Gebiet festlegen)
  12. Behandlungsmittel gegen Varroa variieren und Behandlungserfolg regelmäßig prüfen
  13. Sauberkeit und Hygiene am Bienenstand und der gesamten Imkerei wahren
  14. Bienen sind sonnenliebende Wesen, die Honig nicht für den Imker sammeln

 

Natürlich kann auch der fachliche Austausch mit Imkerkollegen einer Region die weiteren Schritte in die eigene Imkerei erleichtern. Der "Stammtisch" des Imkervereins Kassel findet immer am ersten Freitag eines Monats um 19.30 Uhr im Gasthaus «Schöne Aussicht» an der Heinrich-Schütz-Allee 214 an der Dönche statt. Da an den Stammtischabenden regemäßig zwischen 20 und 30 Personen teilnehmen und die zahlreichen Einzelgespräche einen hohen Lärmfaktor erzielen, ansonsten aber weitgehend wertlos für die Gemeinschaft sind, haben wir uns entschlossen, in der ersten halben Stunde aktuelle, fachliche Fragen und Themen gemeinsam zu erörtern, und anschließend die Gesellschaft im lockeren Plausch zu genießen. Das hat Nährwert für Einsteiger und "alte Haasen". Bienen-Interessierte sind uns in dieser Runde auch willkommen, selbst wenn sie noch keine Bienen haben. Möglicherweise lernen sie aber auf diesem Wege und bei dieser Gelegenheit erfahrene Imker aus der eigenen Nachbarschaft kennen, die einen bei den ersten Schritten begleiten können...

 

 

Kommende Termine

01 Sep 2017 | 19:30 -
Stammtisch
06 Okt 2017 | 19:30 -
Stammtisch
03 Nov 2017 | 19:30 -
Stammtisch
01 Dez 2017 | 19:30 -
Stammtisch
05 Jan 2018 | 19:30 -
Stammtisch
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